Förderkreis der ukrainischen Veteranen NRW e.V.

Medizinische Evakuierung (MedEvac)

Wenn die medizinische Versorgung in der Ukraine an ihre Grenzen stößt, werden schwer verwundete Soldaten im Rahmen des internationalen MedEvac-Programms zur Behandlung ins Ausland gebracht. Deutschland ist dabei der wichtigste Aufnahmestaat in Westeuropa.

Auf dieser Seite erklären wir, wie das MedEvac-Programm funktioniert, welche Rolle Deutschland spielt und wie der Förderkreis der ukrainischen Veteranen NRW Betroffene bei der Orientierung im deutschen Gesundheitssystem unterstützt.

Wie das MedEvac-Programm funktioniert

Die medizinische Evakuierung folgt einem strukturierten Ablauf, der vom ukrainischen Gesundheitsministerium gemeinsam mit der EU und WHO koordiniert wird. Seit 2022 wurden über 6.400 Patienten in 33 Länder evakuiert.

  1. Medizinische Erstversorgung: Der verwundete Soldat wird in einem ukrainischen Feldlazarett oder Krankenhaus stabilisiert.
  2. Antrag auf Evakuierung: Das behandelnde Krankenhaus stellt über das ukrainische Gesundheitsministerium einen Antrag auf internationale medizinische Evakuierung.
  3. Transport nach Lwiw: Der Patient wird zum Sammelpunkt in Lwiw (Westukraine) gebracht.
  4. EU-Hub Rzeszów (Polen): Von Lwiw aus erfolgt der Transfer zum EU-MedEvac-Hub in Rzeszów.
  5. Flug nach Deutschland: Mit Bundeswehr-Sanitätsflugzeugen (Airbus A310 MedEvac) werden Patienten nach Deutschland geflogen.
  6. Aufnahme im Krankenhaus: Die Patienten werden in spezialisierten Krankenhäusern aufgenommen.

Deutschlands Rolle

Deutschland ist der größte Aufnahmestaat für ukrainische Kriegsverwundete in Westeuropa.

Bundeswehr-Krankenhäuser

Seit Januar 2025 werden die Behandlungskosten über das Bundesverwaltungsamt (BVA) abgerechnet. Der Bund hat einen Fonds von 50 Millionen Euro bereitgestellt.

Im Rahmen des Programms „Klinikpartnerschaften" kooperieren über 30 deutsche Krankenhäuser mit mehr als 80 ukrainischen Kliniken.

Der Rehabilitationsweg

Nach der Ankunft in Deutschland beginnt ein strukturierter Rehabilitationsprozess.

  1. Akutmedizinische Versorgung: Erstbehandlung und Stabilisierung im aufnehmenden Krankenhaus.
  2. Spezialisierte Behandlung: Operative Eingriffe, Prothesenversorgung und spezialisierte Maßnahmen.
  3. Physische Rehabilitation: Physiotherapie, Ergotherapie und Bewegungstherapie.
  4. Psychologische Unterstützung: Traumatherapie und psychologische Betreuung.
  5. Soziale Integration: Sprachkurse, Berufsberatung und Unterstützung beim Aufbau eines neuen Alltags.

Wie FKuV Veteranen unterstützt

Der Förderkreis der ukrainischen Veteranen NRW e.V. hilft verwundeten Veteranen und ihren Familien.

Wenn Sie oder ein Angehöriger Unterstützung benötigen, kontaktieren Sie uns.

Wichtige Ressourcen und Links

Weiterführende Informationen zu den offiziellen Programmen: