Förderkreis der ukrainischen Veteranen NRW e.V.

„Dieser Krieg dauert schon über 400 Jahre" - Taira in Köln

Veröffentlicht am 21. September 20262 Min. Lesezeit
uliia „Taira" Pajewska liest bei einem Abend in Köln aus ihren Gedichten.

Yuliia „Taira" Pajewska war bei uns in Köln und hat ihre Gedichte gelesen.

Sanitäterin und Kommandeurin einer Evakuierungseinheit, Gründerin des Freiwilligen-Sanitätstrupps „Tairas Engel". Im März 2022 rettete sie in Mariupol Verwundete und Zivilisten. Am 16. März geriet sie in russische Gefangenschaft, wo sie drei Monate blieb. In Köln stand sie nicht als Kämpferin vor uns, sondern mit ihrem Wort.

In ihren Zeilen sind Schmerz und Liebe untrennbar ineinander verwoben. Nichts daran ist Pose. Es ist ehrlich, bis es weh tut, und gerade darin liegt ihre Kraft.

Sie sprach über die Gefangenschaft, die ihr Verhältnis zum Leben verändert hat. Über jede Minute, die sie heute zu schätzen weiß. Über das Lernen und das Weitergehen als einen Weg, sich mit dem Schmerz nicht allein zu lassen. Über den Glauben, mit dem sie hadert.

„Dieser Krieg dauert schon über 400 Jahre", sagte sie.

Ein Auszug aus ihren Gedichten (Arbeitsübersetzung aus dem Ukrainischen):

Reicht der Instinkt, die Minen zu spüren?
Ist da noch etwas?
Wenigstens eine Ampulle
Adrenalin?
Und später dann tippte ich Strophen auf dem vom Blut verklebten Bildschirm.
Meine Gedichte sind voller Liebe.
Merk es dir, das ist alles, was zwischen uns war.

Wir warten auf Tairas neues Prosabuch, in dem sie ihre Zeit in russischer Gefangenschaft und die Folter beschreibt. Dass sie die Kraft findet, darüber zu schreiben, ist wichtig. Denn die Welt muss die Wahrheit aus erster Hand kennen.

Danke an alle, die an diesem Abend dabei waren und mitgeholfen haben. Unser Dank gilt der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde in Köln für die herzliche Gastfreundschaft und die Räumlichkeiten.


Fotos: @v.kens · Moderation: @anita_dehustatorka_liter · Taira: @paevska

Schlagwörter: Ukraine Veteran*innen Poesie Krieg Kriegsgefangenschaft Köln